Gewisse Menschen

Die Idee zu dieser Seite ist mir gekommen, nachdem Karin Goger und ich einen offenen Brief an den Bürgermeister unserer Gemeinde geschrieben haben und dieser offene Brief für Aufruhr gesorgt hat. Die Aufregung hat weniger die Gemeindebürger:innen erfasst, sondern mehr die Mitglieder im Gemeinderat. Ein Gemeinderat hat mit einem Dringlichkeitsantrag für den notwendigen Druck gesorgt. Angezeigt hätte ich werde sollen, meine berufsständigen Vertreter:innen sollten über mein lästerliches Verhalten informiert werden und so weiter und so fort.

In der Gemeinderatssitzung hat er seinen Antrag zurückgezogen und einen neuen Antrag formuliert. Gefordert wurde darin, dass sich der Bürgermeister aufs Schärfste von allem Bösen distanzieren soll. In der Begründung hat er uns dann als „gewisse Menschen“ tituliert, denen man nicht so viel Aufmerksamkeit zuteil werden lassen sollte, etwa indem man sie (also uns) beim Namen nennt. Das war natürlich ein interessanter Schachzug, bei dem er sich bis zur Kenntlichkeit entblößt hat. Wenn er uns namenlos macht, macht er genau das, was in vielen autoritären Staaten gelebte Praxis ist und war (und von dem sich der Bürgermeister [jetzt aber wirklich!] aufs Schärfste distanzieren soll): Man macht die Unerwünschten zuerst namenlos und später unsichtbar.

Dieser gewisse Gemeinderat wollte vermutlich aber gar nicht bei dem autoritären Gehabe anstreifen, das ist ihm einfach so passiert. Er wollte eventuell zum Ausdruck bringen, dass man uns – wie es auf gut Wienerisch heißt – nicht einmal ignorieren soll. Das mit dem Namenlos-Machen und der Österreichischen Geschichte dazu, das kann der arme Mann ja nicht wissen. Im Geschichteunterricht hat er vermutlich zu oft gefehlt.

Jedenfalls wollen wir kommunizieren, dass wir seinen Versuch „verstanden“ haben. Wir wollen uns aber nicht schrecken, sondern seinen Versuch ehren und hier unter seinem Schmähtitel bloggen. Willkommen auf „Gewisse Menschen“.